Die Thingstätte auf dem Heiligenberg oberhalb von Heidelberg, ist ein Beispiel für nationalsozialistische Architektur. Sie wurde am 22. Juni 1935 eingeweiht und erinnert auf den ersten Blick an ein antikes Theater.Im Rahmen der Thingbewegung im Dritten Reich wurde 1934-35 auf dem Heiligenberg die Thingstätte errichtet. Sie war eine von vielen Thingstätten, die in den ersten Jahren der NS-Herrschaft in Deutschland entstanden. Die mit diesen baulichen Aktivitäten verbundene Wiederbelebung der altgermanischen Thing-Tradition bildete einen wesentlichen Bestandteil der NS-Ideologie. Bei den altgermanischen Thingsitzungen handelte es sich um eine Form der Volksversammlung, die bereits in der "Germania" des Tacitus beschrieben wird.Hier heißt es: "Abgesehen von unvorhergesehenen eiligen Fällen, treten die Germanen in bestimmten Fristen bei Neumond oder Vollmond zum Thing zusammen. ...

Bild Nr. thing 0001 Langsam wuchert der Thingplatz zu, hat Heidelberg kein Geld um..

Sobald die Erschienenen
es für gut befinden, setzen sie sich zur Beratung zusammen, und zwar alle in Waffen. ... Dann hört man sich den König an oder irgendeinen Edelmann, der nach Alter, Adel, Kriegsruhm und Redegabe berufen erscheint, das Wort zu ergreifen.
Dieser hat mehr einen gewichtigen Rat zu erteilen, als etwas anzuordnen. Mißfällt der Vorschlag, dann wird er von der Versammlung mit lautem Murren zurückgewiesen. Findet er Beifall, so schlägt man mit den Speeren aneinander.
Diese Form des Beipflichtens gilt bei hnen als die ehrenvollste Art der Zustimmung."

Bild Nr. thing 0002      dieses Bauwerk zu erhalten und zu pflegen.

Der Heiligenberg wurde keineswegs zufällig als Ort zur Errichtung einer
Thingstätte ausgewählt. Bevor der Odenwaldrand 60 n. Chr. römisch besetzt wurde, war derHeiligenberg Austragungsort diverser germanischer Kulte. Die Beweise, auf die man sich hierbei stützen kann, sind jedoch äußerst spärlich. In den Jahren nach dem Bau der Thingstätte versuchte man daher nachträglich, Beweise für die Anwesenheit von Germanen auf dem Heiligenberg zu finden, um die Platzwahl nachträglich zu legitimieren. Man ging davon aus, daß sich auf dem Heiligenberg bereits in altgermanischer Zeit eine Thingstätte befunden habe. 1937 wollte man auf dem Heiligenberg ferner eine germanische Sonnenbeobachtungsanlage entdecken.

Literatur

Lurz, Meinhold. Die Heidelberger Thingstätte. Heidelberg, 1975.
 

Bild Nr. thing 0003    Gut Besucht ist es ja.

Leider findet der Besucher den Platz total verdreckt vor, auf den Treppen liegt Glas von kaputten Bierflaschen, Haschbriefchen, Müll und Dreck , haufenweise.

Für Kinder, besonders kleine, besteht absolute Verletzungsgefahr.

Liebe Stadt Heidelberg, lasst doch diese Stätte nicht so verkommen !!

 

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